Umstrittener Pfiff bringt Mettlach auf die Verliererstraße

Die 56. Minute am Samstag im Mettlacher Villeroy & Boch-Stadion: In der Fußball-Saarlandliga-Begegnung zwischen dem gastgebenden SV Mettlach und dem FC Homburg II steht es vor 80 Zuschauern 0:0, als eine Flanke der Gäste von der Abwehr der Hausherren abgewehrt wird. Die Gefahr vor dem Tor von SV-Schlussmann Damir Becker scheint gebannt, als plötzlich ein Pfiff ertönt. Schiedsrichter Frank Distler entscheidet auf Elfmeter für Homburg II, weil Mettlachs Innenverteidiger Patrick Heinz abseits des Balls seinen Gegenspieler festgehalten haben soll. „Die meisten wussten gar nicht, warum da gepfiffen wurde. Das war definitiv kein Elfmeter“, ärgerte sich Mettlachs Trainer Holger Klein. Joel Ebler verwandelte den Strafstoß zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden 1:0 für die Gäste. „Für mich war das die vorentscheidende Szene der Partie“, urteilte Klein. Denn nach dem 0:1 mussten die Gastgeber in der Schlussphase die Abwehr lockern – und dies nutzte die Reserve des Regionalligisten prompt aus.
Nach einer Flanke von Sven Sökler köpfte Yacine Hammouti den Ball zehn Minuten vor Schluss zum 2:0 für die Gäste ins Netz. Zwei Minuten vor dem Abpfiff traf Themistoklis Patrinos im Anschluss an einen Konter zum 3:0.
Der Mettlacher 1:3-Anschlusstreffer in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik. Bezeichnend für den gebrauchten Tag der Hausherren war, dass dieser auch noch durch ein Eigentor fiel. Ein FCH-Abwehrspieler spitzelte die Kugel nach einer scharfen Hereingabe von Fabian Theobald ins eigene Netz. Dabei hatte es bis zum umstrittenen Elfmeter gar nicht nach einer Niederlage für die Blau-Weißen ausgesehen. „In der ersten Hälfte haben wir eigentlich richtig gut gespielt. Wir waren feldüberlegen und hatten Chancen. Das einzige was gefehlt hat, war ein Tor“, fand Klein. Dass den Hausherren keines gelang, lag auch am starken Gäste-Torwart Mark Riedl. Der 26-Jährige fischte zwei Distanzschüsse von André Paulus aus dem Eck. Zudem parierte der Schlussmann einen Kopfball von Fabio Mahler, der beim SVM im Sturm begann. Sascha Hermes, der in den vorangegangenen Partien ganz vorne gespielt hatte, war in die Innenverteidigung gerückt. Dort fehlte mit Patrick Abrusnikow ein etatmäßiger Innenverteidiger berufsbedingt.

Durch die neuerliche Niederlage rutschte Mettlach in der Tabelle weiter ab. Das Team liegt nun auf Rang 14 – und damit auf einem möglichen Abstiegsplatz. „Einige Leistungsträger sind bei uns derzeit im Formtief. Deshalb fehlt uns das Selbstvertrauen. Zudem waren wir diese Saison aufgrund von Ausfällen immer wieder zu Positionswechseln gezwungen. Nicht zuletzt fehlt uns auch ein wenig das Spielglück“, analysiert Klein die Situation.
Die zwingt den 37-Jährigen nun dazu, drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde das Saisonziel nach unten zu korrigieren. Ursprünglich wollten die Blau-Weißen Rang fünf aus der Vorsaison bestätigen. Jetzt sagt Klein. „Wir müssen uns jetzt erst einmal nach unten orientieren und Punkte sammeln für den Klassenverbleib.“

Die vordere Tabellenhälfte hat der Übungsleiter aber dennoch nicht ganz aus den Augen verloren. „Mit einer kleinen Erfolgsserie wären wir auch ganz schnell wieder in einer anderen Tabellenregion“, weiß Klein. Sein nächstes Ligaspiel bestreitet der SV Mettlach an historischer Stätte: Am Samstag um 15.30 Uhr sind die Blau-Weißen im Neunkircher Ellenfeld beim Tabellenfünften Borussia Neunkirchen zu Gast.

(Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 22.10.2019)