SV Mettlach gewinnt Acht-Tore-Spektakel

„Jubeln – ärgern – jubeln – ärgern – jubeln“ – so lief, kurz zusammengefasst, für Fußball-Saarlandligist SV Mettlach das Spiel gegen den TuS Herrensohr. Nach einem Wechselbad der Gefühle konnte sich der SV vor 150 Zuschauern am Ende über einen 5:3-Sieg freuen. „Das war wichtig. Denn für beide Teams war es so etwas wie ein Endspiel um den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld“, sagte SV-Trainer Holger Klein und atmete tief durch.

Sowohl seine Mannschaft als auch Herrensohr waren mit jeweils neun Punkten nicht gut in die neue Saison gestartet. „Von daher war von vorneherein klar, dass der Gewinner den Anschluss schafft, der Verlierer aber erstmal hinten drin bleibt“, analysierte der 36-Jährige. Und in der Tat: Mettlach kletterte durch den Dreier von Platz zwölf auf Rang zehn der Tabelle. Der Rückstand auf Platz fünf beträgt nur vier Zähler. Herrensohr bleibt dagegen auf Platz 14 nur ganz knapp vor den Abstiegsplätzen.

Den ersten großen Jubel gab es, als die Hausherren bereits nach 13 Minuten mit 2:0 führten. „Das ging gut los“, fand Klein. Matthias Schäfer hatte nach nicht mal 60 Sekunden das 1:0 für Mettlach erzielt. Sascha Hermes legte nach einem langen Ball von Simon Engeldinger für den Schützen auf. Kurz danach ließ Routinier Michael Ogrodniczek mit einem Schuss aus dem Gewühl nach einer Ecke von Engeldinger das 2:0 folgen.

Die Weichen schienen frühzeitig auf Sieg gestellt. Doch als Brebach vier Minuten nach der Pause durch einen Vollspann-Volleyschuss von Manuel Schuck zum 2:2 ausglich, gab es zum ersten Mal Frust bei SV-Trainer Holger Klein. Schuck hatte übrigens auch schon sieben Minuten vor dem Seitenwechsel zum 1:2-Anschlusstor für die Gäste getroffen. „Wir wollten unbedingt die ersten Minuten nach der Halbzeit ohne Gegentreffer überstehen. Ich war dann noch nicht mal ganz aus der Kabine auf die Bank zurückgekehrt, da stand es schon 2:2“, ärgerte sich Klein.

Doch die Enttäuschung über den Ausgleich währte bei ihm nur Sekunden. Denn nur Augenblicke nach dem Ausgleich lag Mettlach wieder vorn. Sascha Hermes traf nach einer flachen Hereingabe zum 3:2. Als Simon Engeldinger nach exakt einer Stunde einen Foulelfmeter zum 4:2 verwandelte, schien die Messe gelesen. Eckert war zuvor von Michael Miessemer gelegt word

Aber das Spiel war aus Mettlacher Sicht immer noch nicht durch. In der 71. Minute verkürzte Engin Yalcin mit einem abgefälschten Schuss für Herrensohr auf 3:4. Erst als dem früh für Felix Klemmer (muskuläre Probleme) eingewechselten Alexander Eckert in der 86. Minute mit einem satten Distanzschuss aus 20 Metern das 5:3 gelang, war der Deckel auf dem SV-Sieg endgültig drauf – und so konnte nach dem Schlusspfiff wieder gejubelt werden.

Beim Sieg der Gastgeber kam übrigens erstmals nach langer Verletzungspause wieder André Paulus zum Einsatz. Der 24-Jährige konnte wegen einer Leistenverletzung diese Saison bislang noch kein Spiel bestreiten. „Dass er zurückkam, war unheimlich wichtig für uns. Gerade weil Alexander Riga ausgefallen ist“, freute sich Klein. Kapitän Riga lag mit Windpocken flach. Paulus übernahm dessen Position im Mittelfeld.

Für Mettlach geht es nun bereits am morgigen Mittwoch um 19 Uhr mit dem Nachholspiel bei Oberliga-Absteiger VfB Dillingen (Tabellen-Vierter) weiter. Für die Blau-Weißen ist es die erste von zwei Auswärts-Begegnungen in Folge: Am Samstag, 16.30 Uhr, spielt das Team beim SV Saar 05 Saarbrücken.
(Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 24.09.2019)